Umstieg auf Linux Mint
Thomas | 28. März 2012Nach meinen schlechten Erfahrungen mit Ubuntu 11.04 und 11.11 habe ich entschlossen, dem neuen Star unter den Linuxen eine Chance zu geben: Linux Mint.
Die Installation war recht einfach: ich bootete von DVD und installierte Linux Mint auf meiner Festplatte. Nebenher konnte ich direkt von der Live CD noch ein bisschen im Internet surfen. So macht Installieren Spaß.
Das installierte Linux Mint bereitete dann jedoch gleich wieder weniger Spaß. Firefox 5 ließ sich gar nicht erst starten. Da sich in der Zwischenzeit einige Updates angesammelt hatten, musste ich zunächst knapp 300 MB an Updates herunterladen. Dies geschah mit unglaublich langsamen 25 kB/s. Da wollte ich dann mal den Taschenrechner ausprobieren, um zu berechnen, wie viel kB/s ich eigentlich haben sollte. Als ich beim Rumspielen war, stürzte der Taschenrechner ab, als ich auf die finanztechnische Ansicht wechselte. Warum die Updateserver nicht schneller ausliefern, ist mir unklar. Jedenfalls könnte mein DSL-Anschluss bis zu 230 bK/s empfangen.
Der nicht gerade beste erste Eindruck wurde von der Suchfunktion im Startmenü wieder etwas verbessert. Wie bei Windows 7 lassen sich etliche Dinge ganz einfach finden. Zu gern hätte ich davon einen Screenshot gezeigt, aber die [Druck] Taste funktioniert unter linux mint nicht, wenn das Startmenü aktiv ist. Jedenfalls geht das so weit, dass man darüber auch fehlende Pakete installieren kann. Äußerst praktisch.
Sehr wichtig ist für mich mein Homebanking-Programm Moneyplex. Das hatte kleinere Schwierigkeiten mit den deutschen Umlauten. ein beherztes
sudo dpkg-reconfigure locales
und das Hinzufügen von de_DE ISO-8859-1 schaffte Abhilfe.
Beim Neustart nach den Updates dann eine schreckliche Entdeckung: Linux Mint hat mein Windows nicht mit in die Bootkonfiguration von Grub aufgenommen. Für mich bedeutete das implizit manuelle Handarbeit. Und die dauertelänger als erwartet, denn mein Wissen über die Datei menu.lst war hier kontraproduktiv: ich habe die Datei beim besten Willen nicht gefunden.
Die Konfiguration von Linux Mint läuft nicht über menu.lst, sondern über diverse Dateien in /etc/grub.d. Letztendlich ist es aber viel einfacher: ein einfaches
sudo update-grub
findet die Windows-Partition automatisch. Warum es das bei der Installation nicht geschafft hat, bleibt mir ein Rätsel.
Evolution war dank Startmenü-Suche schnell nachinstalliert. Die Passwörter für die Accounts verwalte ich mit KeePass. Das wollte allerdings nicht so richtig laufen, obwohl Mono bereits installiert war. Nach Installation von MonoDevelop, was ich sowieso brauche, war auch das Problem von KeePass beseitigt.
Tja, und zu guter Letzt habe ich noch TexMaker und Subversion installiert. Das soll für den Moment mal reichen. Jedenfalls fällt es mir noch schwer, mich nach Ubuntu 11.04 und 11.11 wieder an die “normalen” Systemmenüs oben rechts zu gewöhnen

