Umstieg auf Linux

Windows erfolgreich durch Ubuntu oder Linux Mint ersetzen.
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Update auf Ubuntu 11.04

Thomas | 25. Januar 2012

Das Update auf Ubuntu 11.04 bringt wohl einige grundlegende Änderungen, wie ich bereits von Verwandten erfahren und in der c’t gelesen habe. Viele kommen mit der neuen Oberfläche namens Unity nicht besonders gut zurecht. Insbesondere die Apple-ähnliche Menüleiste erfordert bei normaler Benutzung einige Klicks mehr als früher. Damit ist die neue Menüleiste vielleicht platzsparend, aber nicht mehr besonders bedienerfeundlich.

Zudem habe ich selbst erfahren dürfen, was es heißt, von einem Kernel-Bug betroffen zu sein, der das ganze System in regelmäßigen Abständen lahmlegt. Eine von mir aufgezeichnete Audio-Datei kam dabei nur zerstückelt auf dem Rechner an – schade um die vergeudete Zeit.

Dennoch habe ich mich nun entschieden, das Update auf Ubuntu 11.04 durchzuführen, nachdem ich schon länger als ein Jahr bei Ubuntu 10.10 festhänge. Sollte mir die zukünftige Entwicklung von Ubuntu nicht gefallen, so muss ich das auch herausfinden, damit ich mir rechtzeitig etwas anderes suchen kann.

Vor diesem Hintergrund habe ich diesmal kein Backup meiner Daten gemacht, sondern auch gleich mal gründlich aufgeräumt, um im Notfall vielleicht gleich einen Neuanfang mit einer anderen Linux-Distribution zu versuchen. Außerdem war auf meiner Festplatte ohnehin nicht mehr viel Platz, da kam die Aufräumaktion gerade richtig. Dank Subversion ist ein Backup auch nicht mehr ganz so wichtig wie früher.

Das Update läuft prinzipiell wie gewohnt ab. Die Aktualisierungsverwaltung zeigt an, dass eine neue Distribution verfügbar ist. Dann startet sich die Distributionsaktualisierung und installiert in sechs Schritten die neue Version.

  1.  Systemaktualisierung wird vorbereitet
  2. Neue Softwarepakeetquellen werden eingerichtet (und alte deaktiviert)
  3. Aktualisierungen werden heruntergeladen (in meinem Fall knapp 2 GB – 2:19 Stunden)
  4. Aktualisierungen werden installiert
  5. Aufräumen
  6. Rechner wird neu gestartet

Zwischendurch erscheint ein Dialog zum Neustart von Diensten für das Upgrade der PAM Bibliothek. Ich kann mir vorstellen, dass der unbedarfte Ubuntu-Nutzer damit nicht viel anfangen kann – ich selbst kann es auch nicht so genau sagen. Immerhin weiß ich, was Dienste sind und dass man sie neu starten kann. Da es aber wenig Auswahlmöglichkeiten gibt, wird wohl jeder auf “Vor” klicken. Da fragt sich nur, warum die Installation von einer solchen Meldung unterbrochen wird, wenn man sowieso keine Wahl hat.

Das Installieren der Pakete wurde mit 17 Stunden abgeschätzt. Ein Grund, warum ich Aktualisierungen sowieso immer über Nacht durchführen lasse.

Die Konfigurationsdatei /etc/sudoers soll auch durch eine neue Version ersetzt werden. Was das genau bedeutet wird für Laien nicht erklärt. Und wer sich die Unterschiede anzeigen lässt, der muss auch noch das Diff-Format verstehen. Nicht gerade benutzerfreundlich.

Die Schritte im Bild:

Vorbereitung Vorbereitung
Drittanbieter Drittanbieter
2:19 Stunden 2:19 Stunden
Unterstützt Unterstützt
PAM Neustart PAM Neustart
Installation Installation
Ersetzen Ersetzen
Details Details

Nach dem Neustart meldet sich Ubuntu mit dem Startbildschirm, der sich außer der Versionsnummer nicht verändert hat. Beim Login dann die Überraschung: Unity kann aufgrund von Inkompatibilitäten mit der Hardware nicht gestartet werden. Damit fällt Ubuntu zurück auf die Classic-Oberfläche, also Gnome. Nicht so schlimm, dachte ich mir zu diesem Zeitpunkt, denn womöglich wäre ich mit Unity ohnehin nicht zurechtgekommen. Etwas später stellte ich dann die Überlegung an, was wohl bei einem weiteren Update auf 11.10 passieren würde, wenn Gnome gar nicht mehr unterstützt wird.

Aber generell war dies erst der Anfang einer Reihe von Unannehmlichkeiten, die mich letztendlich zum Schluss kommen lassen, dass Ubuntu 11.04 die schlechteste Distribution war, die ich je von Ubuntu kennengelernt habe (ich bin seit Version 7.10 durchgehend dabei).

Evolution ist nicht mehr der Standard-Email-Client. Evolution soll durch Thunderbird ersetzt werden. Immerhin ist Evolution noch installiert. Beim Start von Evolution fragt es freundlicherweise, ob es zukünftig wieder das Standard-Programm sein soll.

Die Scrollbalken sind zu einer dünnen Linie geschrumpt. Der Scrollbereich blendet sich erst ein, wenn man in die Nähe des orangenen Streifens fährt. Das ist extrem nervig, denn nun muss man eine kleine Zacke fahren, um den Scrollbalken zu erwischen. Selbst nach drei Wochen fällt es mir noch schwer, auf Anhieb richtig zu scrollen. Schon mehrmals habe ich aus diesem Grund Email-Ordner in Evolution in einen anderen Ordner verschoben.

OpenOffice wurde durch LibreOffice ersetzt. Das ist nicht weiter schlimm, aber die Icons sehen alle unterschiedlich aus und es zwingt die Leute wieder zum Umlernen, nachdem sie sich nun endlich an OpenOffice gewöhnt haben (zumindest in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis).

Auch gewöhnungsbedürtig ist das neue Verhalten von LibreOffice, alle Programme als eines zu behandeln. Konkret bedeutet das, dass man z.B.  Math und Writer separat öffnen kann, beim Beenden eines der Programm dann aber beide geschlossen werden. Die Screenshots zeigen den Vorgang: zuerst wird Writer geöffnet (Unbenannt 1), dann Math (unbenannt 2). Beim Beenden von Math erscheint sofort die Nachfrage, ob Unbenannt 1 (also der Writer!) gespeichert werden soll. Ja geht’s denn noch?

Bei Firefox hat sich ein Bug eingeschlichen, der es unmöglich macht, die Icons hinter dem Google Suchfeld zu benutzen: ist man mit dem Cursor weit weg, sind alle Icons sichtbar. Fährt man näher hin, klappen sie sich zusammen und lassen sich nicht mehr anklicken. Umgekehrt wäre es irgendwie sinnvoller, wenn so eine Spielerei überhaupt sein muss.

Sehr nervig sind auch die schwarzen Bereiche, die übrig bleiben, wenn man ein Fenster verschiebt. Nach und nach zeichnen sich die Bereiche dann wieder neu, wer aber Verwandte und Kollegen betreut, dürfte bei einem solchen Verhalten schnell einige Stunden Support leisten.

Evolution Evolution
Scrollbalken Scrollbalken
LibreOffice LibreOffice
Math beenden Math beenden
Writer speichern Writer speichern
Firefox Firefox
verschwinden verschwinden
Schwarz Schwarz

Der eigentliche Hammer ist allerdings der fehlerhafte Kernel, der bei mir reproduzierbar bei der Verwendung von Moneyplex Aussetzer von über 20 Minuten verursachte. Da ich auf Moneyplex zur Tätigung meiner Bankgeschäfte angewiesen bin, war das nicht tragbar. Eine Lösung musste her. Dank Internet sah es so aus, als wäre eine schnelle und einfache Lösung parat: PPA Paketquellen angeben und auf Kernel 2.6.39 aktualisieren:

sudo add-apt-repository ppa:kernel-ppa/ppa
sudo apt-get update
apt-cache showpkg linux-headers
sudo apt-get install linux-headers-2.6.39-0 linux-headers-2.6.39-0-generic linux-image-2.6.39-0-generic --fix-missing

Die angebliche Lösung in Form von Shell-Befehlen funktioniert allerdings nicht, da die PPA Paketquellen nicht verfügbar sind. Daher muss man sich den Kernel manuell als DEB-Datei runterladen und installieren. Bei der Gelegenheit muss man wissen, dass das Software-Center viel zu früh in den Ursprungszustand zurückkehrt und erneut “Installieren” anzeigt, obwohl die Installation noch gar nicht abgeschlossen ist. Hier muss man also zusätzlich mit dem System-Monitor beobachten, ob die Installation noch läuft oder schon beendet ist.

Zurück Zurück

Bei der Gelegenheit gleich noch einen Hinweis  auf einen Fehler im Systemmonitor. Ich hatte nach der Spalte “CPU%” absteigend sortiert, um zu sehen, ob noch irgendwelche Programme laufen, die mit der Installation zu tun haben könnten. nach einiger Zeit standen nur noch Programme mit 0% oben in der Liste. Das war jedoch nicht korrekt, denn die Festplatte arbeitete wie verrückt (was nicht unbedingt CPU-Auslastung bedeuten muss, aber in diesem Fall war es so). Der Grund für die falsche Anzeige war, dass der Systemmonitor mit der Zeit nach unten scrollt. D.h. man muss selbst immer wieder nach oben scrollen, um die Top CPU-Verbraucher zu erkennen. Für eine echte Systemuntersuchung ist das programm also nicht zu gebrauchen – schließlich will ich nicht ständig scrollen, sondern vielleicht einen Fehler reproduzieren, während ich den Systemmonitor benutze.

Nachdem der neue Kernel endlich installiert war, konne ich Moneyplex endlich wieder nutzen – allerdings nur im reduzierten Grafikmodus von Ubuntu, denn mit voller Auflösung stürzte Ubuntu 11.04 nun schon beim Booten ab. Seither muss ich beim Starten immer mehrere Fenster wegklicken – äußerst unproduktiv und für mich der Auslöser, baldmöglichst Ubuntu 11.10 zu installieren. Da warte ich auf das blaue Wunder, nämlich dass aufgrund fehlender Hardware-Unterstützung und fehlendem Gnome gar nichts mehr geht.

Vielleicht wurde verständlich, warum ich persönlich Ubuntu 11.04 aufgrund vorher genannter Umstände für die schlechteste Ubuntu-Version seit 7.10 halte.

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OpenOffice Writer vs. Microsoft Word

Thomas | 22. Dezember 2011

Dieses Blog soll ja zeigen, welche Windows-Software durch welche Ubuntu-Software ersetzt werden kann. Tatsächlich erledige ich einen Großteil meiner Arbeit inzwischen unter Linux. Als möglicher Ersatz wird häufig OpenOffice für Word aufgeführt. Spätestens seit der Umstellung auf Ribbons in Office 2007 sehnen sich viele Menschen wieder nach der altbewährten Menüstruktur zurück und greifen auch hin und wieder zu Open Office. In Ubuntu ist Open Office das einzige vom Funktionsumfang mit Microsoft Office vergleichbare Programm.

Ich selbst kann mich nicht mit Open Office anfreunden. Es hat in vielen Bereichen, die ich öfter nutze, Schwachstellen. In diesem Artikel möchte ich auflisten, warum Open Office Writer für mich kein gleichwertiger Ersatz für Microsoft Word geworden ist.

Open Office Writer — Microsoft Word

Sofern nicht anders angegeben wurden die Probleme mit Open Office Writer Version 3.2.1.9505 unter Ubuntu 10.10 gefunden.

1. Rechtschreibkorrektur

Die Rechtschreibkorrektur von Open Office ist grauenhaft. Die folgenden Bilder zeigen die Rechtschreibprüfung für einen einfachen deutschen Satz. Urteilen Sie selbst, ob Sie damit arbeiten möchten.

Herrn Herrn
kenne kenne
ich ich
aus aus
meiner meiner
Vorlesung Vorlesung
seit seit
Sommersemester Sommersemester

Sie können das Problem beheben, indem Sie eine Extension für deutsche Rechtschreibung von OpenOffice.org herunterladen und installieren (über das Menü Extras/Extension Manager).

2. Speichern einer DOCX Datei

Wenn Open Office eine DOCX Datei geöffnet hat, warnt es davor, dieses wieder als DOCX zu speichern. Es schlägt stattdessen das ODF-Format vor. Diesen Vorschlag finde ich gut und die Begründung kann ich nachvollziehen. Daher klicke ich auch den Button “Im ODF Format speichern” an. Doch was macht Open Office? Es ändert den zuvor mühselig von Hand gesuchten Ziel-Ordner wieder auf den ursprünglichen Ordner ab. Das ist richtig nervtötend und dafür gibt es keinen plausiblen Grund. Die Bilder zeigen den Vorgang. Wer viele DOCX Dateien bearbeiten muss wird dami nicht glücklich.

Speichern unter Speichern unter
Warnung Warnung
Zurück Zurück

3. Öffnen von DOCX Dateien

Open Office wirbt damit, dass es DOCX Dateien öffnen kann. Das geht tatsächlich, wenn man auf die Formatierung keinen besonderen Wert legt. Das Ergebnis sieht in Open Office meist aus wie Kraut und Rüben. Die Bilder geben einen Eindruck von einem Dokument, welches in Word ein recht angenehmes Layout hatte.

Word Word
OpenOffice OpenOffice

4. Hintergrundbilder

Fügt man bei OpenOffice Bilder in den Hintergrund ein, lässt sich Text im Vordergrund nicht mehr markieren. Das gelingt selbst dann nicht mehr, wenn sich das Bild gar nicht im eigentlichen Text, sondern in der Kopfzeile befindet. Ein Bearbeiten von Text ist dann nur noch schwierig möglich. Solche Probleme kenne ich von Word nicht. Jetzt kann man natürlich fragen, wie oft man einen solchen Hintergrund braucht und ob das wirklich störend ist. Beispiele für sinnvolle Anwendungen: Firmenlogo oder Wasserzeichen im Hintergrund bzw. Einladungen auf einer Schriftrolle (siehe Bild)

Hintergrund Hintergrund

Datei zum selbst ausprobieren: OpenOffice Hintergrund Problem  (1,1 MB)

 

Alles in allem bin ich natürlich froh darüber, dass es OpenOffice überhaupt gibt, denn sonst hätte ich keine Chance, Word-Dateien unter Linux überhaupt zu bearbeiten. Die vielen kleinen Fehler machen das Arbeiten damit jedoch mühsam.

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Konsole anpassen

Thomas | 8. August 2010

Aus vergangenen DOS- und FreeBSD-Zeiten habe ich mir einige Kommandos angewöhnt, die unter Ubuntu nicht verfügbar sind. So tippe ich häufig Kommandos, die dann nicht verfügbar sind, so dass ich erst im zweiten Anlauf die gewünschte Ausgabe erhalte. Ändern lässt sich das recht einfach mit einem Alias. Hier meine persönliche Alias-Liste:
alias md='mkdir'
alias rd='rmdir'
alias deltree='rm -r'
alias move='mv'
alias copy='cp'
alias ren='mv'
alias del='rm'
alias ll='ls -l'
alias cd..='cd ..'
alias cd...='cd ../..'

Damit die Aliase dauerhaft verfügbar sind, müssen sie in der Datei ~/.bashrc abgelegt werden. Dort findet man bereits einige Aliase, die jedoch auskommentiert sind.

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Keypass für Ubuntu

Thomas | 7. Januar 2008

Ich habe bisher Keypass unter Windows benutzt, um ein paar Passwörter zu speichern. Jetzt fragte ich mich natürlich, ob es Keypass auch für Ubuntu gibt, damit ich meine Datenbank weiter nutzen kann und die Passwörter nicht manuell übertragen muss. Direkt auf der Keypass Homepage gibt es einen Link zu KeyPassX, einen Linux Port von KeyPass. Dort gibt es sogar direkt ein Debian-Paket (http://www.keepassx.org/downloads), welches man unter Ubuntu installieren kann.

Beim Installieren bemängelt Ubuntu, dass man das gleiche Paket über die normale Software-Installation installieren kann. Das hat mich stark gewundert, denn dort habe ich zuerst gesucht und nichts gefunden.

Tatsächlich muss man die Schreibweise beachten. Aus welchem Grund auch immer, für Linux heißt das Programm Keepass – man beachte das E anstatt des Y. Wenn man das weiß, ist Keypass schnell installiert. Allerdings finde ich es sehr schwach, dass man mit der Suche nach “KeyPass” gar nichts findet.

Jetzt lassen sich KDB Dateien auch mit Keepass öffnen, die mit der Windows-Variante erstellt wurden. Beim ersten Öffnen sollte man per Kontextmenü “Mit anderer Anwendung öffnen” auswählen und dann bei “Benutzerdefinierten Befehl verwenden” in das Textfeld “keepass” mit E und ohne X eingeben. Ubuntu merkt sich das, so dass beim nächsten Mal die Datei per Doppelklick geöffnet werden kann.

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Was ersetzt was?

Thomas | 26. November 2007

Ich komme von Windows XP und steige nach Ubuntu um. Welche Programme verwende ich jetzt?

Windows -> Ubuntu
Internet Explorer -> Firefox oder Opera
MS Word -> Open Office Textverarbeitung
MS Excel -> Open Office Tabellenverarbeitung
MS Access -> Open Office Datenbank
MS Powerpoint -> Open Office Präsentation
MS Frontpage -> IceAmp Composer
Outlook -> Evolution
Virtual PC -> VirtualBox oder VMWare
Exact Audio Copy -> Grip
Corel Photopaint -> Gimp
Visual Studio -> MonoDevelop
Eclipse -> Eclipse
MindManager -> VYM (View Your Mind)
Corel Draw -> Inkscape oder Xara Xtreme
MSN, ICQ -> Pidgin
SoundForge -> Audacity
Taschenrechner -> SpeedCrunch

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