Selbstbewusstsein, was ist das eigentlich und wie kann man sich Selbstbewusstsein erarbeiten? Der erste Teil der Antwort steckt schon im Begriff: Selbstbewusst sein – “sich selbst bewusst sein” oder “über sich selbst Bescheid Wissen”.
Selbstbewusstsein ist ein grundlegender Baustein, auf dem Bewerbungstraining aufsetzt. Nur wer von sich selbst weiß, was er alles kann, was er weiß und was er schon einmal getan hat, kann dem zukünftigen Arbeitgeber glaubhaft darlegen, dass er für die Stelle geeignet ist.
Ein Teil des Selbstbewusstseins ist im Lebenslauf dokumentiert. Dort steht, in welchen Positionen ein Bewerber wie lange gearbeitet hat. Ergänzt werden diese Angaben durch das Anschreiben. Hier stellt der Bewerber dann noch die Tätigkeiten oder sein Wissen in Bezug zum Lebenslauf.
Noch selbstbewusster treten Bewerber auf, die sich über Ihr Leben bis ins Detail im Klaren sind. Sie können auf Anhieb ermitteln, woher sie eine bestimmte Fähigkeit erworben haben.
Im Laufe eines Lebens gewinnt man so viel Erfahrung, dass man sich kaum an alles erinnern kann. Das gleiche gilt für das Berufsleben: man durchläuft mehrere Positionen, übernimmt viele Tätigkeiten und erlernt viel Wissen. Sich nach fünf Jahren noch an alles zu erinnern fällt meist schwer.
In einem ausführlichen Lebenslauf können alle Positionen, Tätigkeiten und Wissen dokumentiert werden. Der ausführliche Lebenslauf dient später dann als Vorlage für den Lebenslauf in der Bewerbung. Dabei wird der Lebenslauf auf die Dinge reduziert, die für den neuen Arbeitgeber relevant sind.
Der ausführliche Lebenslauf ist tabellenartig in sechs Spalten aufgebaut. Die erste Spalte ist die Bezeichnung. Hier kann alles eingetragen werden, was den Eintrag kurz und bündig beschreibt, beispielsweise die Positionsbeschreibung einer Stelle, die Tätigkeit im Beruf oder in einem Verein oder auch die Verleihung einer Urkunde.
Die zweite Spalte verweist auf vorhandene Nachweise über die bezeichnete Tätigkeit. Das kann ein Zeugnis oder eine Urkunde sein, eine Teilnahmebescheinigung oder auch die Nennung in einer Zeitung oder im Internet.
Die dritte Spalte befasst sich mit der Intensität der Tätigkeit. Sie reicht von täglich über wöchentlich und monatlich (oder n mal pro Monat) bis hin zu sehr selten oder gar einmalig (z.B. Einzelveranstaltungen oder Preisverleihungen). Dann wird noch die Dauer angegeben: am besten taggenau als Zeitraum oder in Wochen bzw. Monaten.
Die fünfte Spalte kennzeichnet das Ende der Tätigkeit. Daraus lässt sich später ableiten, wie veraltet das erworbene Wissen ist. Ist die Tätigkeit noch nicht vorbei, kann eine entsprechende Kennzeichnung erfolgen, um das Feld von leeren Feldern zu unterscheiden.
Die sechste Spalte ist mit “Wissen” gekennzeichnet und enthält Informationen zum theoretischen und praktischen Wissen. Hier können Sie Aufgaben notieren, Soft Skills hinterlegen oder Technologiewissen aufschreiben. Auch Titel von Büchern oder die Namen von Ihren Vorbildern in dieser Zeit sind hier gut aufgehoben.
Die Spalten 1, 2 und 4 sind später für die Erstellung eines Lebenslaufs für die Bewerbung interessant. Anhand der sechsten Spalte erfolgt dann die Auswahl. Außerdem hilft die sechste Spalte bei der Erstellung des Anschreibens.
Da die Liste mit der Zeit immer länger und unübersichtlicher wird, empfiehlt es sich, die Liste nach Themen zu sortieren. Ich empfehle folgende Einteilung
1. Schulzeit
2. Ausbildung, Weiterbildung und Kurse
2.1 Generell
2.2 Thema 1
2.3 Thema 2
3. Studium
4. Beruf
4.1 Arbeitgeber 1
4.1.1 Positionen im Beruf
4.1.2 Tätigkeiten im Beruf
4.2 Arbeitgeber 2
4.2.1 Positionen im Beruf
4.2.2 Tätigkeiten im Beruf
5. Auslandsaufenthalt
6. Publikationen
7. Vereinstätigkeiten und Hobbies
8. Privat und Familie
Die Punkte 2.2 und 2.3 brauchen erst erstellt zu werden, wenn sich innerhalb der Aus- und Weiterbildung eine Ansammlung von Schulungen zum gleichen Thema ergibt. Die Punkte 3, 5 und 6 können natürlich entfallen, wenn noch kein Studium oder Auslandsaufenthalt vorliegt. Die Unterteilung von Punkt 4 ergibt erst bei mehreren Arbeitgebern Sinn. Da sich auch aus Vereinstätigkeiten oder privaten Aktivitäten oft Vorteile für den Beruf ergeben, ist die Aufnahme dieser Punkte durchaus praktisch. So haben viele Menschen Office-, PC- und Internet-Kenntnisse meist auch im privaten Bereich.
Diese Liste kann beinahe unbegrenzt gefüllt werden. Insbesondere im privaten Bereich übt man ja täglich mehrere Arbeiten aus, angefangen von Abtrocknen bis hin zu Zitronen pressen. Fokussieren Sie zu Beginn auf Ihre berufliche Karriere. Sie können private Dinge jederzeit ergänzen, wenn Sie feststellen, dass sie beruflich relevant werden.
So kann es z.B. für einen Software-Entwickler durchaus interessant sein, ein Musik-Instrument zu spielen, beispielsweise wenn die Firma einen Messeauftritt mit Showeinlage plant. Mit dieser Zusatzqualifikation muss im Anschreiben jedoch nicht geworben werden. Es genügt, wenn diese Fähigkeit der Firma später bekannt wird. So nutzen Sie die Investition in einen ausführlichen Lebenslauf auch noch, nachdem Sie bereits eingestellt sind. Einige Arbeitgeber pflegen auch eine “Skill-Datenbank”. Hier profitieren Sie davon, dass Sie gezielte Angaben machen können und bei der Frage nach Ihren Fähigkeiten nicht ins Grübeln geraten müssen.
Punkte, die Sie in einem Anschreiben verwenden, sollten auf jeden Fall in Ihrem ausführlichen Lebenslauf dokumentiert sein. Wenn Sie beispielsweise “teamfähig” sind, dann belegen Sie Ihre Teamfähigkeit mit einem Punkt aus dem ausführlichen Lebenslauf. Warum haben Sie im Team gearbeitet? Wie groß war das Team? Wie lange haben Sie im Team gearbeitet? Wie hat Ihnen das Team geholfen? Wie haben Sie dem Team geholfen? Diese Fragen lassen sich einfacher beantworten, wenn Sie durch den ausführlichen Lebenslauf daran erinnert werden, in welcher Firma, welcher Zeit und welcher Intensität Sie am Projekt beteiligt waren.
Es macht nichts, wenn Sie zu Beginn nicht alle Daten, insbesondere Zeiten recherchieren können. Mit der Zeit werden sich die Felder sicherlich füllen. Es schadet auch nicht, wenn sich Wissen in unterschiedlichen Bereichen wiederholt. Das ist eher ein gutes Indiz dafür, dass Sie bestimmtes Wissen wirklich verfügbar haben oder eine Tätigkeit auch wirklich ausführen können.
Schreiben Sie mir, wie Ihnen die Erstellung eines ausführlichen Lebenslaufs geholfen hat, welche Schwierigkeiten Sie dabei hatten oder welche Anmerkungen Sie dazu haben.
Selbstbewusstsein, was ist das eigentlich und wie kann man sich Selbstbewusstsein erarbeiten? Der erste Teil der Antwort steckt schon im Begriff: Selbstbewusst sein – “sich selbst bewusst sein” oder “über...