HyperMemory frisst Speicher

Thomas Weller | 6. Juni 2010

Situation

Ein PC wurde aufgrund mehrerer speicherintensiver Anwendungen auf 4 GB aufgerüstet.

Problem

Windows 7 zeigt zwar 4 GB Gesamtspeicher an, gibt jedoch gleichzeitig an, dass nur 2,75 GB nutzbar sind.

Lösung

Die Ursache für das Problem war eine Grafikkarte mit Radeon 4350 Chipsatz und 512 MB RAM. Zusätzlich zu ihrem eigenen Speicher belegte sie noch 1151 MB “Shared Memory”. Dieses “Feature” nennt sich bei ATI HyperMemory. Eine Einstellmöglichkeit zum Deaktivieren gibt es leider nicht.

In diversen Foren wird das ATI Tray Tool (ATT) empfohlen. Dort gibt es eine Option namens “Enable ATT Shared Memory”. Leider brachte dies keine Änderung, auch nicht nach einem Neustart. Ebenfalls in den Foren wird diskutiert, dass bei einem 32-bit System ohnehin nicht mehr als 2 GB pro Programm genutzt werden können, womit 2,75 GB angeblich mehr als genug sind. Sofern man jedoch mehrere Programme gleichzeitig nutzt, können problemlos mehr als 2 GB belegt werden.

Ein letzter Hinweis ließ zu hoffen übrig: angeblich belegt die Grafikkarte den Speicher nur, wenn er nicht anderweitig benötigt wird. Dafür spricht, dass im ATI Tray Tool eine Zeit angegeben werden kann (Standard: 2 Sekunden). Unser Test ergab: selbst wenn Windows schon bemängelt, dass der Computer wenig Speicher zur Verfügung hat, wird das HyperMemory nicht freigegeben.

Überprüft haben wir dies mit 6 gleichzeitig laufenden Programmen, die jeweils 1700 MB Speicher anforderten. Beim Start des sechsten Programms meldete Windows “Low on memory”. Dass es überhaupt soweit kommt (belegt sind dann ja 10,2 GB) liegt daran, dass Windows die Auslagerungsdatei nutzt.

Außer dem Austausch der Grafikkarte sahen wir keine Möglichkeit, den vollen Speicher zur Verfügung zu bekommen.